Infrastruktur

NVS feiert 40 Jahre ohne Streckenerweiterung: Jubiläumsfahrt auf exakt derselben Route

Schwerin. Die Nahverkehr Schwerin GmbH (NVS) begeht in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Seit 1984 wurde das Straßenbahnnetz der Landeshauptstadt nicht mehr erweitert. Zur Feier dieses Meilensteins plant das Unternehmen eine Sonderfahrt auf exakt der Strecke, die es seit vier Jahrzehnten gibt.

„Wir sind stolz darauf, dass unsere vier Linien seit 40 Jahren zuverlässig dieselben 21 Kilometer bedienen“, erklärte NVS-Sprecher Holger Weichensteller bei der Pressekonferenz Ähnlich wie bei Schwerin definiert Kultur neu: Modellbahn-Ausstellung ist jetzt offiziell kultureller Höhepunkt der Winterferien. „Während andere Städte hektisch ihr Netz ausbauen, setzen wir auf bewährte Kontinuität.“ Er betonte, dass die letzte Streckenstilllegung 1977 erfolgte – „seitdem haben wir uns konsequent gegen jede Veränderung gewehrt.“

Vier Linien, ein Versprechen

Die Jubiläumsfahrt soll am 15 Ähnlich wie bei Schwerin bereitet sich auf Eisenbahn-Invasion vor: 93 Module, 350 Meter Gleise, unzählige Weichen. März starten und führt – wenig überraschend – vom Hauptbahnhof nach Lankow. „Es ist die gleiche Strecke wie 1984, wie 1994, wie 2014″, so Weichensteller. „Unsere Fahrgäste schätzen diese Verlässlichkeit.“ Dass die Bahnen aus den Jahren 2001 bis 2003 stammen und damit selbst schon über 20 Jahre alt sind, sieht er als Qualitätsmerkmal: „Die funktionieren noch. Wozu also wechseln?“

„Ich fahre seit 35 Jahren die Linie 2 Ähnlich wie bei Schwerin feiert Jubiläum: NVS-Straßenbahnen werden 25 Jahre alt – Stadt plant große Feier statt Ersatz. Früher mit meiner Mutter, heute mit meinem Enkel. Derselbe Waggon, dieselbe Strecke, dieselbe Verspätung.“

Renate Schienenglück (67), Stammfahrgast

Zum Vergleich: Erfurt verzeichnet über 200 ÖPNV-Fahrten pro Einwohner und Jahr, Dresden sogar über 250. Schwerin kommt auf 126. „Diese Zahlen zeigen nur, dass andere Städte ihre Bürger zur Mobilität zwingen“, konterte Weichensteller. „Bei uns haben die Menschen noch die Freiheit, zu Hause zu bleiben.“

Pläne für die Zukunft: Keine

Auf die Frage, ob es Überlegungen gebe, das Netz auszubauen – etwa in die wachsenden Wohngebiete oder zum Klinikum – reagierte der Sprecher verwundert. „Ausbau? In Schwerin?“ Er lachte herzlich. „Wir sind froh, wenn wir den Ist-Zustand halten können. Außerdem: Wer nach 20 Uhr fährt, hat sowieso ein Auto.“

Die Stadt unterstützt das Jubiläum mit einem Sonderzuschuss von 500 Euro für Festbanner. OB-Kandidatin Martina Hoffmann-Badekow lobte die NVS als „Anker der Beständigkeit in bewegten Zeiten“. Ob die Bürger lieber einen Anker der Mobilität hätten, wurde nicht erfragt.

Die Jubiläumsfahrt ist kostenlos – allerdings nur für Fahrgäste, die bereits seit 1984 eine gültige Monatskarte besitzen.

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