Infrastruktur

Nahverkehr Schwerin erhöht Preise und streicht Tarife: Weniger Service für mehr Geld als neues Mobilitätskonzept

Die Nahverkehr Schwerin GmbH hat angekündigt, die Ticketpreise zu erhöhen und gleichzeitig das Tarifsystem zu vereinfachen. Vereinfachen heißt in diesem Fall: weniger Optionen, höhere Preise, gleicher Service. Oder wie ein Sprecher es formulierte: „Wir passen uns der Nachfrage an.“ Die Nachfrage, das sei zur Einordnung gesagt, liegt bei null Komma irgendwas Fahrgästen pro Quadratkilometer Stadtgebiet.

Konkret sollen mehrere Tarifzonen zusammengelegt und Sondertarife abgeschafft werden Ähnlich wie bei Schwerin definiert Kultur neu: Modellbahn-Ausstellung ist jetzt offiziell kultureller Höhepunkt der Winterferien. Was auf dem Papier nach Bürokratieabbau klingt, bedeutet in der Praxis: Wer bisher drei Haltestellen für 1,80 Euro gefahren ist, zahlt künftig den Einheitspreis. Schwerin macht damit das, was die Landeshauptstadt am besten kann: Ein Problem lösen, das niemand hatte, und dabei ein neues schaffen.

Melbourne hat eine kostenlose Tram. Schwerin hat höhere Preise.

Während andere Städte über kostenlosen Nahverkehr diskutieren, über 365-Euro-Tickets und Mobilitätswenden, geht Schwerin den umgekehrten Weg Ähnlich wie bei Schwerin bereitet sich auf Eisenbahn-Invasion vor: 93 Module, 350 Meter Gleise, unzählige Weichen. Mehr bezahlen, weniger bekommen. Das kennt man sonst nur von der GEZ.

„Ich fahr sowieso Auto Ähnlich wie bei Schwerin feiert Jubiläum: NVS-Straßenbahnen werden 25 Jahre alt – Stadt plant große Feier statt Ersatz. Die Straßenbahn kommt alle 20 Minuten, wenn sie kommt. Da steh ich im Stau schneller.“

Torsten K. (54), Lankow, fährt seit 2019 nicht mehr Bus

Die NVS begründet die Preiserhöhung mit gestiegenen Energiekosten und Personalaufwand. Das ist nachvollziehbar. Was nicht nachvollziehbar ist: Warum eine Stadt mit 98.000 Einwohnern, die man in 25 Minuten mit dem Fahrrad komplett durchqueren kann, überhaupt ein Tarifsystem braucht, das komplizierter ist als der Hamburger Verkehrsverbund.

Immerhin bleibt das Deutschlandticket als Alternative. 49 Euro im Monat für den gesamten deutschen Nahverkehr. Oder, um es schwerinerisch zu sagen: 49 Euro für die Möglichkeit, theoretisch irgendwohin zu fahren, wo auch tatsächlich was los ist.

Die Stadtvertretung hat die Tarifanpassung bereits abgesegnet. Gegenstimmen gab es nicht. Vermutlich, weil die Hälfte der Abgeordneten ohnehin nicht wusste, was eine Straßenbahn kostet. Die andere Hälfte fährt Dienstwagen.

Nichts verpassen! 📰 Newsletter abonnieren

Erhalte die neuesten Nachrichten aus Schwerin direkt in dein Postfach – satirisch, ehrlich, geil.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Schwerin ist Geil auf WhatsApp

Tägliche Satire-News direkt aufs Handy. Kein Spam, nur Geilheit.

Jetzt Kanal abonnieren

Kostenlos · Kein Gruppenchat · Jederzeit abbestellbar

Teilen: