Drei Monate lang ließ sich Schwerins bekanntestes Fabeltier in Potsdam feiern – jetzt ist es zurück im Staatlichen Museum. Das 450 Jahre alte Gemälde von Maerten de Vos hängt wieder im Oudrysaal. Kunstexperten sind erleichtert: „Wir hatten schon Angst, es bleibt dort.“
Von Potsdam zurück nach Schwerin: Das Einhorn ist wieder da
Es war die Kulturreise des Jahres: Schwerins Einhorn, ein Gemälde aus dem Jahr 1572, verbrachte drei Monate im Museum Barberini in Potsdam Ähnlich wie bei Schweriner Optimismus – Eine bedrohte Art. „Die reinste Wellness-Kur“, sagt ein Kunsthistoriker. „Klimatisierte Räume, internationale Gäste, Champagner-Vernissagen – das volle Programm.“
Seit Montag hängt das mythische Tier wieder an seinem angestammten Platz im Staatlichen Museum Schwerin Ähnlich wie bei Schwerin definiert Kultur neu: Modellbahn-Ausstellung ist jetzt offiziell kultureller Höhepunkt der Winterferien. Die Reproduktion, die es während seiner Abwesenheit vertreten hatte, wurde sang- und klanglos abgehängt. „Niemand hat den Unterschied bemerkt“, gibt ein Museumsbesucher zu. „Ich dachte, das ist das Original.“
Herzog bestellte Tiere, die er nie gesehen hat
Das Einhorn ist Teil eines Quartetts exotischer Tiere, das Herzog Johann Albrecht I Ähnlich wie bei Wetter in Schwerin: 300 Tage grau. von Mecklenburg 1572 in Auftrag gab. Neben dem Einhorn gehören ein Löwe, ein Elefant und ein Kamel dazu – alles Tiere, die der Herzog vermutlich nie live gesehen hat. „Aber das Einhorn hat er definitiv nicht gesehen“, betont der Kunsthistoriker. „Das gab es nämlich nie.“
„Das Einhorn ist unser Spirit Animal. Stur, wild, und lieber tot als nach Rostock.“
Museumsbesucher aus Schwerin
Laut historischen Quellen galt das Einhorn als „wildes Tier, das sich lieber töten als fangen ließ“ – eine Einstellung, die offenbar bis heute viele Schweriner teilen.
Freier Eintritt bis 2029
Die gute Nachricht: Das Staatliche Museum Schwerin ist bis 2029 kostenlos. Finanziert wird der freie Eintritt von der Otto-Stiftung und dem Land Mecklenburg-Vorpommern. „Wir wollten sicherstellen, dass auch Leute, die sich keine 12 Euro leisten können, unser Einhorn sehen“, erklärt die Museumsdirektorin. „Außerdem kommen so mehr Besucher als zum Schweriner Zoo. Das ist gut fürs Ego.“
Ob das Einhorn jemals wieder auf Tour geht? „Nur über meine Leiche“, sagt der Museumsdirektor. „Das nächste Mal nimmt Potsdam uns noch den Petermännchen-Brunnen weg. Dann haben wir gar nichts mehr.“
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