Politik

Landesgartenschau 2035: Schwerin plant schon mal für übernächste Generation

Schwerin – Während andere Städte sich mit so banalen Dingen wie funktionierenden Straßen, bezahlbarem Wohnraum oder pünktlichem Nahverkehr beschäftigen, hat Schwerin die Prioritäten klar: Die Landesgartenschau 2035 muss geplant werden. Jetzt. Sofort. In neun Jahren ist es schließlich schon so weit.

Der Verein „Pro Schwerin“ – nicht zu verwechseln mit „Pro Fortschritt“ oder „Pro irgendwas Konkretes“ – hat eine Voruntersuchung vorgelegt. Wohlgemerkt: Eine Voruntersuchung. Die soll nun Grundlage für eine Machbarkeitsstudie werden. Die wiederum könnte dann vielleicht zu einem Konzept führen. Das klassische Schweriner Dreistufenmodell: Erst reden, dann planen zu reden, dann überlegen ob man plant.

„Welterbe trifft Zukunft“ – als ob beides in Schwerin vorkommt

Der Slogan der geplanten Gartenschau lautet „Welterbe trifft Zukunft“. Ein mutiger Claim für eine Stadt, die ihr Welterbe gerade erst zertifiziert bekommen hat und deren Zukunft traditionell irgendwo zwischen „Bevölkerungsrückgang“ und „vielleicht kommt ja noch ein ICE vorbei“ pendelt. Immerhin hat die Stadt neulich 43 Millionen Euro bekommen – und plant, bis 2035 damit fertig zu werden.

Als Kerngebiet wurde der alte Güterbahnhof in der Weststadt auserkoren – ein Areal, das seit Jahrzehnten so konsequent brachliegt, dass es praktisch schon wieder Naturschutzgebiet ist. Dazu soll eine Fußgängerbrücke über den Obotritenring gebaut werden. Eine Fußgängerbrücke. In Schwerin. Wo bekanntlich die Menschenmassen nur so über die Straßen strömen.

Pro-Schwerin-Vorsitzender Werner Hinz appelliert derweil an den „gemeinsamen Gestaltungswillen von Gesellschaft, Politik und Verwaltung“. In Schwerin. Den gemeinsamen Gestaltungswillen. Man muss seine Hoffnung ja irgendwo parken.

Kinder von heute können sich schon mal freuen

Die Zielgruppe der Gartenschau dürfte klar sein: Schweriner Grundschüler, die 2035 ihre Kinder mitbringen können. Oder Rentner, die sich jetzt schon auf den Rollator-Parcours durch den Hopfenbruchpark freuen. Oder – realistischer – Touristen aus anderen Städten, die dann immer noch fragen werden: „Schwerin? Ist das bei Rostock?“

Bis dahin bleibt alles beim Alten: Die Straßenbahn fährt im 20-Minuten-Takt, der Marienplatz ist eine einzige Baustelle, und die Stadt diskutiert, ob man sich vielleicht irgendwann mal eine zweite Fähre leisten könnte.

Aber hey – 2035. Da wird alles anders. Vermutlich.

Nichts verpassen! 📰 Newsletter abonnieren

Erhalte die neuesten Nachrichten aus Schwerin direkt in dein Postfach – satirisch, ehrlich, geil.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Schwerin ist Geil auf WhatsApp

Tägliche Satire-News direkt aufs Handy. Kein Spam, nur Geilheit.

Jetzt Kanal abonnieren

Kostenlos · Kein Gruppenchat · Jederzeit abbestellbar

Teilen: