Kulturwende: Staatstheater Schwerin führt immersive Wasserinszenierung ein
Schwerin – Das Mecklenburgische Staatstheater setzt neue Maßstäbe in der darstellenden Kunst: Nach einem innovativen Wasserrohrbruch am Wochenende verwandelte sich das Große Haus in eine begehbare Wasserinstallation. „Das war keine Panne, das war Performance“, betont Intendant Dr. Hans Hoffmann stolz.
Größere Wassermengen strömten vom oberen Rang bis in den Orchestergraben und durchnässten dabei sämtliche Ränge sowie mehrere Wände. Die künstlerische Vision dahinter: Besucher sollen künftig das Gefühl haben, bei einer Wagner-Oper tatsächlich im Rheingold zu schwimmen.
„Wir haben uns jahrelang gefragt, wie wir Schwerin auf die kulturelle Landkarte katapultieren können“, so Hoffmann weiter. „Jetzt haben wir es geschafft – mit einem gebrochenen Ventil und sehr viel Wasser.“ Die Versicherung sei bereits informiert und zeige sich begeistert von der außergewöhnlichen Herangehensweise.
Da das Haupthaus ohnehin gerade renoviert wird und der Spielbetrieb im Zirkuszelt stattfindet, habe der Wasserschaden keinerlei Auswirkungen auf laufende Vorstellungen. „Wir nennen das jetzt einfach Teil der Sanierung“, erklärt der Technische Direktor. Ob sich dadurch die Bauzeit verlängert? „Das ist noch unklar – aber hey, wir sind in Schwerin. Hier dauert sowieso alles 30 Jahre.“
Das abgepumpte Wasser soll übrigens nicht entsorgt werden: Es wird für die nächste Inszenierung von „Nabucco“ wiederverwendet. Der babylonische Gefangenenchor wird dann authentisch knöcheltief im Wasser stehen. Tickets gibt es ab sofort – Gummistiefel sind nicht im Preis inbegriffen.
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