Gesellschaft

Jugendklub „Dr. K“ wird umgebaut: Schwerin investiert in die Jugend, die es gar nicht mehr hat

Es ist soweit: Die Landeshauptstadt Schwerin hat grünes Licht für den Umbau des Jugendklubs „Dr. K“ gegeben. Nach Jahren des Verfalls, einer AfD-Debatte über den Verkauf und ungefähr 47 Ausschusssitzungen kann es endlich losgehen. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr starten.

Bierzapfanlage muss weichen — Jugend trauert

Kernstück der Sanierung: Die Bierzapfanlage im Erdgeschoss wird abgebaut. Stattdessen entsteht eine größere Küche. Der Schweriner Jugendring, Hauptmieter des Hauses, hat offenbar erkannt, dass die Jugend von heute lieber Hafermilch-Latte schlürft als Rostocker Pils. Ob die verbliebenen drei Stammgäste über 50 das genauso sehen, ist unklar.

Neben der Küchen-Revolution stehen Instandsetzungen an Heizung, Lüftung und Brandmeldeanlage auf dem Plan. Dazu kommen barrierefreie Einbauten im Erdgeschoss und eine komplette Fassadensanierung. Das Nutzungskonzept wird gemeinsam mit dem Jugendring erarbeitet — was in Schwerin erfahrungsgemäß bedeutet, dass in drei Jahren ein weiteres Konzeptpapier vorliegt.

„Wir sind froh, dass der Dr. K erhalten bleibt und endlich saniert wird. Das ist ein wichtiges Signal für die Jugendarbeit in Schwerin.“

So ähnlich dürfte es aus dem Rathaus klingen. In der Praxis bedeutet das: Schwerin hat jetzt einen Jugendklub, der renoviert wird, während die Jugend, für die er gedacht ist, längst nach Hamburg oder Berlin gezogen ist. Aber hey, immerhin hat die AfD nicht gewonnen — der Dr. K wird nicht zum Parkplatz.

Schwerin und seine Jugendkultur: Eine komplizierte Beziehung

Der Jugendklub „Dr. K“ in der Dr.-Külz-Straße ist so etwas wie das letzte Relikt einer Zeit, in der Schwerin noch glaubte, junge Menschen könnten sich hier wohlfühlen. Dass die Stadt kürzlich ihren ersten Club seit 15 Jahren eröffnete — mit Öffnungszeiten bis 21 Uhr — zeigt, wie ernst das Thema Jugendkultur hier genommen wird.

Die Sanierung kostet die Stadt einen noch nicht genannten Betrag, der vermutlich irgendwo zwischen „überraschend günstig“ und „dreimal so teuer wie geplant“ liegen wird. Baubeginn ist für 2026 angekündigt. In Schwerin bedeutet das: Vielleicht 2027. Oder 2028. Die Heizung funktioniert ja noch irgendwie.

Immerhin: Während andere Städte ihre Jugendeinrichtungen schließen, investiert Schwerin. Dass gleichzeitig der letzte bekannte Kulturträger der Stadt ein 16-Jähriger mit Tuba ist, passt ins Bild. Der Dr. K wird schon seinen Platz finden — als gut saniertes Mahnmal für die Jugend, die mal hier war.

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