Politik

Großeinsatz in Lankow: Geplatzte Dose mit gegorenem Essen löst Gefahrgutalarm aus

Es war ein ganz normaler Montagabend in Lankow. Die Sonne war längst untergegangen, das Abendprogramm lief, und die Bewohner der Kieler Straße freuten sich auf einen ruhigen Feierabend. Bis jemand die Nase rümpfte.

Gegen 19 Uhr alarmierte ein besorgter Anwohner die Feuerwehr. In dem Mehrfamilienhaus mache sich ein „beißender Geruch“ breit, berichtete er aufgeregt. Mehrere Bewohner klagten über gereizte Atemwege, Übelkeit und Erbrechen. Das Stichwort: Gefahrgutaustritt. Die Berufsfeuerwehr Schwerin rückte mit speziell geschulten Kräften an.

Der Feind lauert im Keller

Was folgte, war eine Szene wie aus einem mittelmäßigen Katastrophenfilm. Feuerwehrleute mit Spezialausrüstung durchkämmten das Treppenhaus, während die Bewohner mit einer Mischung aus Panik und morbider Neugier in ihren Türrahmen standen. War es ein Gasleck? Chemieabfall? Ein terroristischer Anschlag auf Schwerin-Lankow?

Die Wahrheit war, wie so oft in Schwerin, wesentlich banaler: Eine Kunststoffdose im Kellerbereich war geplatzt. Darin befanden sich gegorene Lebensmittel, deren Gasentwicklung den Behälter zum Bersten gebracht hatte. Ein fermentierter Angriff auf die Sinne der gesamten Hausgemeinschaft.

„Hinweise auf strafbare Handlungen ergaben sich aus polizeilicher Sicht nicht“, teilte das Polizeipräsidium Rostock nüchtern mit. Der eigentliche Täter — mutmaßlich ein vergessenes Glas Sauerkraut oder eine ambitionierte Kimchi-Kreation — konnte nicht vernommen werden.

Lankow: Wo selbst das Essen rebelliert

Zwei Anwohner wurden vor Ort vom Rettungsdienst untersucht, mussten aber nicht ins Krankenhaus — eine erstaunliche Bilanz angesichts der Tatsache, dass der Geruch offenbar stark genug war, um einen Großeinsatz auszulösen. Man stelle sich vor: Irgendwo in einem Schweriner Keller hat ein vergessenes Lebensmittel monatelang vor sich hin gegärt, Druck aufgebaut und schließlich sein Gefängnis gesprengt. Eine Metapher für die gesamte Stadt, wenn man so will.

Die Feuerwehr konnte „schnell Entwarnung geben“, heißt es im Polizeibericht. Schnell ist natürlich relativ, wenn man bereits mit Spezialausrüstung im Keller steht und feststellt, dass der biologische Kampfstoff in Wahrheit ein kulinarisches Experiment war, das niemand mehr auf dem Schirm hatte.

Schwerin, eine Stadt, in der gegorenes Essen im Keller einen größeren Polizeieinsatz auslöst als manch echter Notfall. Aber hey — immerhin passiert hier mal was. Auch wenn es nur ein Glas Eingemachtes ist, das beschlossen hat, seinem stillen Dasein in der Dunkelheit ein explosives Ende zu setzen.

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