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Ehlers startet Wahlkampf im Kino: „Wir überlassen die Stadt nicht kampflos der AfD“

Sebastian Ehlers hat am Donnerstag seinen Wahlkampf offiziell eröffnet. Der Ort: Das Mega Movies Kino in Schwerin. Man könnte sagen, passender geht es kaum. Ein Mann, der seit 22 Jahren Kommunalpolitik in Schwerin macht, startet seinen Neuanfang dort, wo man hingeht, um sich zwei Stunden lang etwas vorspielen zu lassen.

„Dass wir die Stadt nicht kampflos der AfD überlassen“, rief der CDU-Kandidat in die vorbesetzten Ränge im Saal 1. Begeisterter Applaus. Stehende Ovationen vermutlich nur deshalb nicht, weil die Kinositze so bequem waren. CDU-Landesparteichef Daniel Peters, der Ehlers seit Studientagen kennt, hatte den besten Spruch des Abends parat: Als er zuletzt mit seinem Sohn „Checker Tobi 3″ im selben Saal gesehen habe, seien nur 10 bis 20 Menschen da gewesen. „Jetzt habe ich festgestellt, der echte Checker steht da unten und heißt Sebastian Ehlers.“ Ob das als Kompliment gemeint war, konnte bis Redaktionsschluss nicht abschließend geklärt werden.

22 Jahre Erfahrung, aber „kein Selbstgänger“

Der 43-jährige Stadtpräsident gab sich ungewohnt demütig. „Das wird bei aller Euphorie kein Selbstgänger“, warnte er seine Anhänger. Überall, wo er hinkomme, werde ihm gesagt: „Das wird schon.“ Man könnte meinen, nach zwei Jahrzehnten in der Schweriner Politik sollte man wissen, dass in dieser Stadt nie etwas „schon wird“. Aber gut, Optimismus gehört zum Wahlkampf wie der Pfaffenteich zur Innenstadt: Er ist da, er sieht nett aus, und ändern tut er auch nichts.

Ehlers will mit dem Slogan „Jetzt!“ Themen wie Investitionen und Sicherheit in den Vordergrund stellen. Videoüberwachung, Bauturbo, Wirtschaftsförderung. Alles Dinge, die man in 22 Jahren Kommunalpolitik durchaus hätte anstoßen können, aber sei’s drum. Jetzt ist jetzt.

Prominente Unterstützung und ein voller Kinosaal

Unterstützt wird Ehlers von Schauspieler Martin Neuhaus, Olympiasieger Stefan Niemke und Werner Hinz von Pro Schwerin. Auch Manfred Strauß von den Unabhängigen Bürgern war da, obwohl dessen gemeinsame Fraktion mit der FDP offiziell keine Wahlempfehlung abgegeben hat. Man war halt zufällig im Kino und dachte, man schaut sich mal was an.

„Ich finde es gut, dass er im Kino anfängt. Da kann man wenigstens Popcorn essen, wenn einem die Versprechen zu trocken werden.“

Ein Schweriner, der lieber anonym bleiben wollte

Der Hintergrund der Kampfansage gegen die AfD ist real: Seit der Kommunalwahl 2024 ist die AfD stärkste Kraft in der Stadtvertretung. Petra Federau tritt als deren Kandidatin an. Die restlichen fünf Bewerber, von Mandy Pfeifer (SPD/Linke/Grüne) über Massimo De Matteis (Volt) bis zum parteilosen Heiko Steinmüller, dürften den Abend vor dem Fernseher verbracht haben und sich fragen, ob sie auch mal ein Kino mieten sollten.

Letztmalig stellte die CDU mit Norbert Claussen von 2002 bis 2008 den Rathauschef in der Landeshauptstadt. Das ist 18 Jahre her. In Schwerin zählt das praktisch als gestern.

Quellen: Nordkurier

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