Wirtschaft

Digitales Innovationszentrum erklaert Schweriner Firmen, was KI ist — 40 Prozent dachten, es sei ein Radiosender

Schwerin — Das Digitale Innovationszentrum (DIZ) im Perzina-Haus feiert einen Durchbruch: 2025 wurden ueber 3.300 Kunden betreut und mit dem Konzept der „Kuenstlichen Intelligenz“ vertraut gemacht. Die Lernkurve war steil — in beide Richtungen.

„Viele dachten anfangs, KI sei ein neuer Radiosender zwischen NDR und Ostseewelle“, berichtet DIZ-Leiterin Mascha Thomas-Riekoff. „Ein Unternehmer fragte, ob man KI auch auf UKW empfangen kann. Wir haben Fortschritte gemacht.“

40 Minuten mehr Zeit fuer Menschen

Ein Pilotprojekt in vier Schweriner Pflegeheimen zeigt das Potenzial: KI-gestuetzte Dokumentation spart jeder Pflegekraft taeglich 40 Minuten Buerokratie. Diese Zeit steht jetzt fuer die Arbeit mit den Bewohnern zur Verfuegung — oder fuer zusaetzliche Buerokratie, die in der Zwischenzeit angefallen ist.

„Die KI schreibt jetzt die Pflegeberichte“, erklaert Thomas-Riekoff. „Allerdings mussten wir ihr beibringen, dass ‚Patient wohlauf‘ ausreicht und sie nicht jeden Toilettengang in Romanform beschreiben muss.“

Wemag und Museum experimentieren mit

Auch die Wemag testet KI — zur „Befaehigung der Mitarbeiter“. Was genau die KI die Wemag-Mitarbeiter befaehigen soll, bleibt unklar. „Vielleicht endlich die Stromrechnung verstehen“, mutmasst ein Insider.

Im Staatlichen Museum durften Besucher unter dem Motto „Kann KI Kunst?“ eigene Gemaelde generieren. Das Ergebnis: Die KI malte ueberwiegend Schweriner Schloesser bei Sonnenuntergang — „also genau das, was Schwerin-Touristen sowieso schon als Postkarte kaufen“, so ein Kritiker.

„Snack it“ — Mittagspausen-Weiterbildung

Jeden Mittwoch um 12 Uhr bietet das DIZ Online-Seminare namens „Snack it“ an. Der Name ist Programm: Die Teilnehmer lernen in ihrer Mittagspause, waehrend sie Broetchen kauen. „Die Bildschirme sind manchmal etwas schmierig danach“, raeumt Thomas-Riekoff ein, „aber das ist der Preis des Fortschritts.“

Die Beratungen sind kostenfrei und werden von der EU gefoerdert. Schwerin hofft, bis 2030 den technologischen Stand von 2020 zu erreichen — immerhin hat die Stadtverwaltung gerade erst das Farbfax eingefuehrt.

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