In Schwerin und Wismar stehen Bürgermeisterwahlen an. Das allein wäre noch keine Nachricht – Wahlen gibt es schließlich auch anderswo. Die eigentliche Frage, die gerade die Gemüter erhitzt: Werden die Kandidaten überhaupt zugelassen? Willkommen in der Demokratie, Landeshauptstadt-Edition.
Während in anderen Städten einfach gewählt wird, prüfen hier Wahlausschüsse erstmal in aller Ruhe, ob die Bewerbungen formal korrekt sind. Unterschriften vollständig? Wohnsitz nachgewiesen? Lebenslauf lückenlos? Alles muss stimmen, sonst könnte ja jemand versehentlich demokratisch legitimiert werden.
Die Spannung steigt
In Wismar haben sich mehrere Kandidaten beworben – dort wird am 16. März gewählt. In Schwerin ist die Lage ähnlich aufregend. Die Ostsee-Zeitung berichtet, dass die Wahlausschüsse nun über Zulassungen entscheiden. Ein Prozess, der anderswo vermutlich drei Minuten dauert, wird hier zum mehrtägigen Verwaltungsakt.
Ob die Kandidaten dann tatsächlich antreten dürfen, hängt von Formalien ab. Und Formalien, das wissen Schweriner, sind hier heilig. Lieber einmal zu oft geprüft als einmal zu wenig. Schließlich könnte sonst jemand auf die Idee kommen, sich einfach so zur Wahl zu stellen. Chaos wäre die Folge.
Demokratie braucht Geduld
Das Schöne an Wahlen in MV: Sie erinnern daran, dass Bürokratie und Volksherrschaft sich nicht ausschließen müssen. Sie können sich auch gegenseitig ausbremsen. Wer kandidieren will, muss erstmal beweisen, dass er die nötige Ausdauer für Behördengänge mitbringt. Ein inoffizieller Eignungstest sozusagen.
Die Schweriner werden also noch ein paar Tage warten müssen, bis sie wissen, wen sie wählen dürfen. Aber hey – Geduld haben sie hier gelernt. Bei Bauprojekten, bei Straßensanierungen, bei allem eigentlich. Da sind ein paar Tage Wahlausschuss-Spannung fast schon Unterhaltung.
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