Schwerin. In einer beispiellosen Aufklärungsaktion haben Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste am Mittwoch den ersten Blaulichttag in der Landeshauptstadt veranstaltet. Das erklärte Ziel: Der Bevölkerung beibringen, dass Menschen, die reglos am Boden liegen, möglicherweise Hilfe benötigen könnten.
Die Ersthelfer-Quote in Mecklenburg-Vorpommern ist erschreckend niedrig, erklärt ein Sprecher des Vereins Notfallversorgung im ambulanten Sektor. Was er nicht sagt: Sie ist bundesweit die niedrigste. In Bayern drücken Passanten bei einem Herzstillstand sofort auf die Brust, in Schwerin fragen sie erst mal, ob der auf dem Boden liegende Mensch vielleicht einfach nur müde ist.
Beim Aktionstag konnten interessierte Bürger an Übungspuppen das Wiederbelebungs-Training absolvieren. Das ist wie bei einem Menschen, nur ohne die unangenehme soziale Verpflichtung, fasst ein Teilnehmer die Erfahrung zusammen. VR-Brillen zeigten zudem den menschlichen Herzschlag – für viele Schweriner offenbar eine Premiere.
Immerhin: Die Stadt versucht es nicht zum ersten Mal. Bereits in der Marienplatz-Galerie wurde kürzlich Reanimation zwischen Deichmann und DM geübt – mit mäßigem Erfolg.
Die Veranstalter zeigten sich optimistisch: Wenn wir es schaffen, dass auch nur ein Schweriner beim nächsten Notfall nicht einfach auf die andere Straßenseite wechselt, war der Tag ein Erfolg.
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