Politik

74 Prozent: Schweriner Dachdecker-Chefin Dorin Müthel-Brenncke in CDU-Bundesvorstand gewählt – und weiß, wie man etwas dicht macht

Wenn eine Frau, die normalerweise oben auf dem Dach das Sagen hat, in den CDU-Bundesvorstand einzieht, dann nennt das die Partei „Praxisnähe“ und Schwerin „einen guten Freitag“. Dorin Müthel-Brenncke, Geschäftsführerin der MIX Dachdecker und Zimmerer GmbH aus Schwerin, erhielt auf dem CDU-Parteitag 74 Prozent der Delegiertenstimmen – und nimmt damit künftig im höchsten Parteigremium Platz.

74 Prozent: Ein Votum, das standhält

Die 58-Jährige bringt einen bemerkenswerten Lebenslauf mit: Diplom-Kauffrau, seit 1994 im Handwerksbetrieb tätig, 2001 Übernahme des väterlichen Unternehmens. Seit Jahren stellvertretende Bundesvorsitzende der MIT, dem Wirtschaftsflügel der CDU, und Landesvorsitzende des MIT in Mecklenburg-Vorpommern. In Schwerin kennt man sie als langjährige CDU-Kreisvorstandsvorsitzende – heute ist sie Ehrenvorsitzende des Kreisverbands. Jetzt also Berlin.

„Von allen politisch Handelnden erwarte ich eine Wertschätzung für Menschen, die Verantwortung übernehmen.“

Dorin Müthel-Brenncke, CDU-Bundesvorstand, Geschäftsführerin MIX Dachdecker und Zimmerer GmbH Schwerin

Müthel-Brenncke gilt als Verfechterin des „gesunden Menschenverstands“ in der Politik – ein Begriff, der in CDU-Parteitagsreden erfahrungsgemäß gut ankommt und im Anschluss selten konkretisiert wird. Bei der Schweriner Dachdeckerin darf man es aber wörtlicher nehmen: Sie jongliert täglich mit Materialpreisen und Fachkräftemangel. Sie weiß, was es bedeutet, wenn etwas undicht ist.

Zwischen Schweriner Dach und Berliner Zentrale

Dass Schwerin nun jemanden in den CDU-Bundesvorstand entsendet, der buchstäblich weiß, wie man ein Dach dicht macht, ist keine schlechte Nachricht. Die Partei hat zuletzt durch einige Stürme gemüssen. Ob sie dicht genug ist, dafür ist jetzt Müthel-Brenncke zuständig – zumindest symbolisch.

Die 58-Jährige bleibt trotz Berliner Amt ihrer Schweriner Heimat verbunden. Sie habe sich nie von der Stadt losgesagt, seit ihrer Rückkehr nach der Wendezeit 1994 nicht mehr. Das Handwerk, sagt sie, habe ihr diesen Werde­gang vorgezeichnet. Die CDU hat jetzt ihre Dachdeckerin.

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