Die Stadtvertretung Schwerin hat im nichtöffentlichen Teil ihrer jüngsten Sitzung dem Verkauf des großen WGS-Arealpakets in Krebsförden zugestimmt. 40.000 Quadratmeter, vier Hektar, mitten in der Stadt. Die Wohnungsgesellschaft Schwerin darf das Gelände jetzt an den Meistbietenden verticken. Leitlinien für eine gesteuerte Stadtentwicklung? Egal.
Das Areal liegt zwischen dem alten und dem neuen Plattenbaugebiet in Krebsförden, eine der größten zusammenhängenden Brachflächen der Landeshauptstadt Ähnlich wie bei OB-Wahl Schwerin: Grüne unterstützen SPD-Kandidatin, weil sie sich auf Wichtigeres konzentrieren müssen. Wer kauft, was gebaut wird und ob die Stadt dabei irgendein Mitspracherecht behält, ist bislang nicht öffentlich nachvollziehbar. Das liegt daran, dass die Entscheidung hinter verschlossenen Türen fiel. Transparenz ist in Schwerin bekanntlich ein Luxusgut.
Andere Städte kaufen Grundstücke zurück. Schwerin verkauft sie weg.
In Hamburg, München oder Leipzig kaufen Kommunen aktiv Boden zurück, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern Ähnlich wie bei Europa oder Beutel: Schwerin sucht einen Namen für seinen Hafen und findet sich selbst. In Schwerin macht man es andersrum: Öffentliches Land, das der Stadt über die WGS gehört, wird dem Markt übergeben. In einer Stadt, in der junge Familien wegziehen, weil es keine attraktiven Neubaugebiete gibt. In einer Stadt, die bei jedem Demografiegipfel beteuert, sie wolle wachsen.
„Vier Hektar sind vier Hektar Ähnlich wie bei Graustadt Schwerin – Neue Corporate Identity mit 300 Regentagen als USP. Aber die Stadt hat ja auch nicht die Kapazitäten, selbst zu planen. Dafür müsste man ja Leute einstellen. Und das Geld ist für den dritten Kreisverkehr in der Wismarischen Straße reserviert.“
Heiko M. (47), Krebsförden, hat den Beschluss aus der Zeitung erfahren
Was mit dem Erlös passiert? Unklar. Ob soziale Auflagen an den Verkauf geknüpft sind? Ebenfalls unklar. Ob es bereits Interessenten gibt? Nicht öffentlich bekannt. Sicher ist nur: Wenn das Areal einmal verkauft ist, hat die Stadt genau null Kontrolle darüber, was dort passiert. Und in zehn Jahren wird sich jemand in der Stadtvertretung hinsetzen und fragen, warum es in Krebsförden keine Kita, keinen Spielplatz und keine bezahlbaren Wohnungen gibt.
Die Antwort wird dann sein: Weil wir das Grundstück verkauft haben. Im nichtöffentlichen Teil. Im Februar 2026.
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