Schwerin bekommt Geld vom Bund. Das ist an sich keine Neuigkeit. Neu ist diesmal der Verwendungszweck: Über 130.000 Euro fließen in zwei Klimaschutzprojekte – eines baut etwas auf, das andere reißt etwas ab. Konkret: Die Stadt bekommt mehr als 80.000 Euro für einen neuen Park in der Werdervorstadt und knapp 50.000 Euro, um einen Parkplatz auf dem Dreesch zu entfernen. Zusammen also: Park anlegen und Parkplatz abbauen. Der Bundeshaushalt zeigt sich flexibel.
Der Pikopark: Mini heißt hier 1.240 Quadratmeter
Ein „Pikopark“ – vom italienischen piccolo, also klein – ist laut Bundesamt für Naturschutz ein urbaner Grünbereich von etwa 300 Quadratmetern. Schwerins Version ist mit geplanten 1.240 Quadratmetern rund viermal so groß. An einer Abzweigung der Bornhövedstraße, wo früher der „Angler 2″ war, soll eine Wiese neu gestaltet werden. Die Förderquote beträgt 80 Prozent, was bedeutet: Der Park kostet rund 100.000 Euro, die Stadt trägt etwa 20.000 Euro bei. Fertigstellung: voraussichtlich Mitte 2027.
„Ein Pikopark soll ein kleiner Park mit circa 300 Quadratmetern Fläche sein.“ – Bundesamt für Naturschutz. Schwerins Version: 1.240 m².
Bundesamt für Naturschutz – in Schwerin großzügig ausgelegt
Das zweite Projekt betrifft die Kantstraße auf dem Dreesch: Dort soll bis 2028 ein Parkplatz entsiegelt werden. Das bedeutet: Asphalt raus, Rasensaat rein, vielleicht sogar neue Bäume. Förderung durch den Bund: knapp 50.000 Euro bei einer Förderquote von 90 Prozent. Eigenanteil der Stadt: rund 5.000 Euro. Für Autofahrer auf dem Dreesch bedeutet das: ein Parkplatz weniger. Was klingt wie eine Hiobsbotschaft, ist in Wirklichkeit Klimaschutzpolitik – und der Bund zahlt sie gern.
Klimaschutz mit Förderlogik: Wenn Beton weichen muss
Beide Fördermittel stammen aus dem Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“, verwaltet vom Bundesamt für Naturschutz. Die Mittel wurden der Stadt Schwerin bereits zugesagt. Aktuell laufen die Ausschreibungsvorbereitungen – sowohl für den Park als auch für die Parkplatzentsiegelung.
Schwerin setzt damit – zumindest auf 1.240 Quadratmetern und einem Parkplatz – auf mehr Grün in der Stadt. Ob das ausreicht, um den Zauneidechsen auf dem Solarpark-Gelände Konkurrenz zu machen, ist unklar. Klar ist: 130.000 Euro Bundesgeld für Schwerin sind immer gut. Auch wenn man dafür einen Parkplatz hergeben muss.
Quelle: schwerin-lokal.de
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