Es ist das Kultur-Event des Jahrzehnts: Der Circus Huberti hat sein Zelt in Schwerin aufgeschlagen und bietet eine „Family Show“ für die ganze Stadt. Bei knapp 100.000 Einwohnern müsste theoretisch jeder nur einmal hingehen, dann wäre der Zirkus ausverkauft – für die gesamte Saison.
Die Begeisterung in der Landeshauptstadt ist greifbar. Erstmals seit der Bundesgartenschau 2009 gibt es wieder eine Attraktion, die nicht das Schweriner Schloss ist. Mehrere Bürger sollen vor Freude ihre Schwäne am Pfaffenteich umarmt haben.
Verwechslungsgefahr mit dem Landtag
Allerdings kam es bereits zu Verwechslungen. Ein älterer Herr aus Lankow berichtete, er sei versehentlich in die Zirkusvorstellung gegangen, als er eigentlich zur Landtagsdebatte wollte. „Akrobaten, die in der Luft hängen, Clowns in bunten Kostümen und jemand, der so tut, als könne er Löwen bändigen – das hätte auch ein ganz normaler Sitzungstag sein können“, erklärte er verwirrt. Umgekehrt sollen mehrere Touristen den Landtag im Schloss betreten haben, weil sie dachten, dort finde die Nachmittagsvorstellung statt.
„Der Zirkus bietet Artisten, Clowns und Illusionen. Der Landtag auch. Aber beim Zirkus weiß man wenigstens, dass es Show ist.“
Eine Mutter aus Mueßer Holz, die beide besucht hat
Stadtvertretung debattiert Daueraufenthalt
In der Stadtvertretung wurde bereits der Antrag eingebracht, den Zirkus dauerhaft in Schwerin anzusiedeln. „Wir haben vier Straßenbahnlinien, ein Schloss und jetzt einen Zirkus. Das ist praktisch eine Verdreifachung unseres Kulturangebots“, erklärte ein sichtlich bewegter Stadtvertreter. Der Antrag wurde nach dreistündiger Debatte ergebnislos vertagt.
Der Circus Huberti bleibt vorerst in Schwerin. Wie lange genau, hängt davon ab, ob die Straßenbahn Linie 2 den Rückweg zum Festplatz findet.
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