Große Neuigkeiten aus dem Schweriner Schloss! Also nicht dem hübschen Schloss am See, sondern dem Landtag, der dort residiert. Die Abgeordneten haben ein neues Wassergesetz beschlossen. Die Kernbotschaft: Wasser ist ab jetzt nicht mehr umsonst. Ja, wirklich. Im Jahr 2026 hat Mecklenburg-Vorpommern herausgefunden, dass Wasser einen Preis hat. Andere Bundesländer wussten das schon länger, aber wir machen bekanntlich die Dinge in unserem eigenen Tempo hier oben.
Sechs Cent pro Kubikmeter – der Preis der Revolution
Konkret sieht das so aus: Landwirte zahlen ab sofort zwei Cent pro Kubikmeter Oberflächenwasser und sechs Cent für Grundwasser. Sechs Cent. Wer das zu viel findet, dem sei gesagt: In anderen Bundesländern ist das längst üblich. Aber hey, wir sind ja auch nicht „andere Bundesländer“. Wir sind MV. Die Landeshauptstadt des Hinterherhinkens.
Für normale Familien steigt das Trinkwasserentgelt von 10 auf 20 Cent pro Kubikmeter. Verdopplung klingt dramatisch, oder? Macht am Ende rund 15 Euro mehr pro Jahr. Also ungefähr so viel wie ein Döner. In Schwerin wahrscheinlich anderthalb.
SPD und Linke dafür, der Rest dagegen, Grüne: „Ja, nein, vielleicht?“
Das Abstimmungsergebnis war wie ein Familientreffen in MV: SPD und Linke waren dafür, CDU, AfD und FDP dagegen. Die Grünen? Haben sich enthalten. Weil natürlich. Wasserschutz finden sie gut, aber das Gesetz geht ihnen nicht weit genug. Moorschutz müsse stärker in den Fokus rücken, so der Grünen-Abgeordnete Harald Terpe. Weil an irgendetwas muss man sich ja stören, wenn man sonst nichts zu melden hat.
„Die Höfe stehen wirtschaftlich bereits unter Druck, da würden auch wenige Cent pro Kubikmeter ins Gewicht fallen.“
Thore Stein, AfD-Abgeordneter im Landtag MV
Wenige Cent pro Kubikmeter. Die gleichen Landwirte, die in MV schon Autobahnauffahrten blockieren wollten, werden das sicher ganz gelassen nehmen.
Immerhin: Tröpfchenbewässerung bleibt gratis
Ein Trost für die Agrarbetriebe: Wer „besonders wassersparend“ mit Tröpfchenbewässerung arbeitet, ist ausgenommen. Auch die Frostschutzberegnung im Obstanbau bleibt kostenlos. Das Obstbauern-Herz schlägt in MV bekanntlich hoch. Na gut, es schlägt. Irgendwie.
Die zusätzlichen Einnahmen – von 11 auf 21 Millionen Euro jährlich – sollen „vollständig und zweckgebunden in den Gewässerschutz fließen“, versichert Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Vollständig. Zweckgebunden. In MV. Wir notieren das mal und schauen in drei Jahren nochmal nach.
Spürbar wird das Ganze übrigens erst 2027. Warum auch hetzen. Ist ja nur Wasser.
Titelbild: Marko Lengyel / Unsplash
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„Für normale Familien steigt das Trinkwasserentgelt von 10 auf 20 Cent pro Kubikmeter. Verdopplung klingt dramatisch, oder?“
Ich welcher Welt lebt der Autor?
Wasserpreis in Schwerin:
Der Mengenpreis beträgt: 1,99 EUR/m³ – brutto –
Dazu das Abwasserentgelt: 2,35 €/m³
Erwischt, Dieter! Die echten Preise sind natürlich deutlich höher — unsere 10 bis 20 Cent waren satirisch untertrieben. Dass es in Wirklichkeit 1,99 €/m³ plus 2,35 € Abwasser sind, macht die Lage ja eigentlich noch absurder als unsere Satire. Danke für den Faktencheck — wir merken uns: In Schwerin braucht man die Realität gar nicht übertreiben. 😄