Wirtschaft

Vier Leute, eine Vision: Schwerin will mit KI-Team die Zukunft erobern

Leute, es ist passiert. Schwerin hat offiziell das digitale Zeitalter betreten. Na gut, nicht komplett. Eher so mit einem Fuß. Okay, mit einer Zehenspitze. Aber immerhin!

Das Digitale Innovationszentrum (DIZ) im Perzina-Haus hat seinen Jahresbericht vorgestellt, und die Zahlen sind beeindruckend. Also für Schweriner Verhältnisse. Ein Team aus vier Personen soll die gesamte Landeshauptstadt fit für das KI-Zeitalter machen. Vier. Zum Vergleich: So viele Leute braucht man in anderen Städten, um einen Drucker einzurichten.

KI-Wissen in der Mittagspause

Aber das Vierer-Team hat 2025 tatsächlich 3.300 Kunden betreut und über 50 Veranstaltungen durchgeführt. Das Flaggschiff: „SNACK IT“ – wöchentliche Online-Seminare, jeden Mittwoch um 12 Uhr. Weil nichts so sehr nach technologischer Revolution schreit wie eine kreative Mittagspause. In 39 Sessions haben rund 1.500 Leute teilgenommen. Das heißt, ungefähr 1,5 Prozent der Schweriner wissen jetzt, was ein LLM ist. Die anderen googeln es noch. Wahrscheinlich mit Internet Explorer.

Digitale Schulen: Zieleinlauf 2029. Vielleicht.

Gleichzeitig treibt die Landeshauptstadt die Digitalisierung ihrer Schulen voran. Beziehungsweise: Sie plant die nächsten Schritte. Die Stadtvertretung berät gerade über den Medienentwicklungsplan bis 2029. Seit 2019 wurden „wichtige Grundlagen geschaffen“ – also in sieben Jahren hat man schnelles Internet in einigen Schulen installiert. Revolutionär.

Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum formuliert es diplomatisch: „Unser Auftrag als Stadt ist es, den Standort Schwerin fit für das KI-Zeitalter zu machen.“ Stimmt. Und der Auftrag besteht seit ungefähr 2005. Aber gut Ding will Weile haben. Vor allem in der Landeshauptstadt.

„Gemeinsam legen wir Standards fest, stellen Technik bereit und organisieren den Betrieb – für eine verlässliche, langfristig tragfähige Digitalisierung ohne isolierte Einzellösungen.“

Manuela Brandt, städtische Koordinatorin für Schul-IT

Ohne isolierte Einzellösungen. Klingt super. Übersetzt heißt das: Kein Lehrer bastelt mehr alleine am WLAN-Router rum. Fortschritt!

Immerhin: KI spart Pflegekräften 40 Minuten

Fairerweise muss man sagen: Das DIZ hat echte Erfolge vorzuweisen. Beim Pflegenetzwerk Sozius spart KI-gestützte Dokumentation jeder Pflegekraft 40 Minuten pro Tag. Das ist tatsächlich großartig. Bleibt nur die Frage, ob diese 40 Minuten dann für mehr Pflege genutzt werden oder für den nächsten SNACK-IT-Vortrag über Social-Media-Strategie.

Im März steht die 2. KI-Konferenz in Schwerin an. Ganz neu im Programm: „PLAY IT – Wir spielen mit euch Zukunft“. Spielen. Mit der Zukunft. In Schwerin. Da passt irgendwie alles zusammen.

Titelbild: cottonbro studio / Pexels

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