Es ist das Derby, das keines ist, aber sich so anfühlt. Am Samstag um 17:15 Uhr empfängt der SSC Palmberg Schwerin den Dresdner SC in der Palmberg Arena. Ost gegen Ost. Mecklenburg gegen Sachsen. Und die bange Frage: Schaffen die Schwerinerinnen es dieses Mal endlich, Dresden zu schlagen? Bisher lautet die Saisonbilanz nämlich ernüchternd: null Siege gegen den DSC.
Die Geschichte einer einseitigen Rivalität
Zur Erinnerung: Im Supercup gab es ein glattes 1:3. Im Ligaduell in Dresden ein knappes, aber ebenso verlorenes 2:3. Man könnte sagen, der SSC hat eine gewisse Konstanz entwickelt. Nur eben nicht die gewünschte.
Dresden kommt nach der Rückkehr von Lorber Fijok auf Außen wieder in Topform daher. Die jungen Mittelblockerinnen Pfeffer und Rosemann sorgen dafür, dass am Netz praktisch nichts mehr durchkommt. Wenn Schwerin also einen Plan hat, sollte er nicht lauten: Einfach drüber.
Champions League als Aufwärmprogramm
Beide Teams waren unter der Woche noch in der Champions League im Einsatz. Schwerin muss nächste Woche in Rzeszów um Platz eins kämpfen, Dresden empfängt Ankara. Dass zwei Teams aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gleichzeitig in der europäischen Königsklasse spielen, während die halbe Bundesrepublik nicht mal weiß, dass es eine Volleyball-Bundesliga gibt, ist eine der schöneren Absurditäten des deutschen Sports.
Man muss das Spiel live auf SPORT1 sehen, um zu verstehen, warum Volleyball die am meisten unterschätzte Sportart Deutschlands ist.
Reaktion auf Borken gefordert
Nach dem enttäuschenden Auftritt in Borken muss der SSC am Samstag zeigen, dass er gegen die Topteams der Liga mithalten kann. Das ist insofern relevant, als mit Dresden, Suhl und Stuttgart gleich drei Spitzenteams noch in dieser Saison in die Palmberg Arena kommen. Es wird also nicht einfacher.
Das taktische Ziel ist klar: Platz zwei oder drei in der Hauptrunde sichern, um im Halbfinale dem übermächtig scheinenden Stuttgart aus dem Weg zu gehen. Stuttgart, das sogar Dresden in engen Sätzen bezwang. Stuttgart, das gerade alles wegdominiert. Stuttgart, das den Schwerinerinnen vermutlich schon im Schlaf begegnet.
Aber erstmal Dresden. Ein Sieg wäre nicht nur sportlich wichtig, sondern auch psychologisch. Denn wenn man eine Mannschaft in einer Saison dreimal trifft und dreimal verliert, dann ist das kein Pech mehr. Dann ist das ein Muster. Und Muster durchbricht man am besten vor heimischem Publikum, bei dem die Palmberg Arena traditionell bebt.
Anstoß ist um 17:15 Uhr. Live auf Dyn und SPORT1. Schwerin gegen Dresden. Versuch Nummer drei. Diesmal klappt’s bestimmt. Wahrscheinlich. Vielleicht. Hoffentlich.
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