Kurioses

Sensationsfund: Archäologen entdecken zweite Sehenswürdigkeit in Schwerin

Schwerin (sig) – Ein Team internationaler Archäologen hat am Donnerstag bei Routinearbeiten in der Schweriner Altstadt offenbar eine zweite Sehenswürdigkeit freigelegt. Der Fund erschüttert die bisherige Annahme, dass die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns ausschließlich aus dem Schweriner Schloss und einer flächendeckenden Enttäuschung besteht.

„Wir trauten unseren Augen nicht“, berichtet Grabungsleiterin Prof. Dr. Maren Küstner von der Universität Rostock. „Zunächst dachten wir, es handele sich um einen weiteren Blickwinkel auf das Schloss. Aber die Analyse ergab eindeutig: Es ist etwas anderes.“

Bei dem Fund soll es sich um eine historische Gebäudestruktur aus dem 14. Jahrhundert handeln, die nach Experteneinschätzung „mindestens fünf Minuten Besichtigungszeit“ rechtfertigt. Damit würde sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Touristen in Schwerin theoretisch von 47 Minuten auf nahezu eine Stunde erhöhen.

Tourismusbranche reagiert euphorisch

Die Schweriner Touristeninformation plant bereits eine vollständige Überarbeitung ihres Informationsmaterials. „Bisher stand auf unserem Flyer Schweriner Schloss und darunter Pfaffenteich (Enten anschauen). Jetzt brauchen wir möglicherweise eine zweite Seite“, erklärt Tourismusdirektor Jens-Peter Hallmann. „Das sprengt unser Druckbudget.“

Reiseveranstalter prüfen derweil, ob sich ein Aufenthalt in Schwerin nun als „Tagesausflug“ statt als „Zwischenstopp auf dem Weg nach Rostock“ vermarkten lasse. „Zwei Sehenswürdigkeiten, das ist fast schon eine Städtereise“, so ein Sprecher von Mecklenburg-Tourismus.

Bürger zwischen Stolz und Skepsis

Die Bevölkerung reagiert gespalten. „Endlich können wir mit Potsdam gleichziehen. Die haben bestimmt auch nur zwei“, freut sich der Schwerin-Patriot Horst Bänder (67) am Pfaffenteich. Seine Frau Inge ist skeptischer: „Ich wohne hier seit 43 Jahren und habe außer dem Schloss nichts gefunden. Die haben bestimmt was aus Rostock eingeschmuggelt.“

Die Stadtvertretung hat für Montag eine Sondersitzung einberufen, um über den Umgang mit dem Fund zu beraten. Erste Vorschläge reichen von einer sofortigen Aufnahme in den Bebauungsplan bis zur Errichtung eines Kreisverkehrs drumherum.

„Wir rechnen mit Ergebnissen bis 2031.“

Interims-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum zur Frage, wann ein Gutachten vorliege

Bis dahin empfiehlt die Stadtverwaltung Touristen weiterhin, sich auf das Schloss zu konzentrieren. „Mehr braucht man in Schwerin eigentlich auch nicht“, so ein Sprecher. „Wobei, brauchen ist ein starkes Wort.“

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