Kurioses

Schweriner Schloss für 3,50 Euro auf Kleinanzeigen aufgetaucht

Schwerin. Ein Inserat auf der Kleinanzeigen-Plattform hat am Donnerstag die Landeshauptstadt in helle Aufregung versetzt: Das Schweriner Schloss wurde dort für einen Startpreis von 3,50 Euro als „charmante Wasserimmobilie mit Sanierungsstau“ zum Verkauf angeboten.

Exposé übertrifft jede Maklerfantasie

Das Inserat, das innerhalb weniger Stunden über 14.000 Aufrufe verzeichnete, enthielt eine detaillierte Objektbeschreibung: „Einzigartige Insellage, 653 Zimmer, Parkettböden (teilweise original 1857), Dauermieter im Erdgeschoss (Landtag MV, zahlt pünktlich). Heizkosten: astronomisch. Dämmung: keine. Charme: unbezahlbar.“

Als besonderes Highlight wurde der Schlossgarten angepriesen: „Pflegeleichte Grünfläche, ca. 25 Hektar, ideal für Grillabende.“ Die Inserentin, eine 73-jährige Rentnerin aus Lankow, erklärte gegenüber der SVZ, sie habe gedacht, das Schloss stehe leer.

„Da geht ja nie einer rein. Ich dachte, das gehört niemandem mehr. Ist ja auch alles so heruntergekommen in Schwerin.“

Berliner Investoren bieten Millionen

Bevor die Stadt reagieren konnte, gingen bereits 47 ernsthafte Kaufanfragen ein. Ein Berliner Immobilienentwickler bot 12 Millionen Euro und plante laut eigener Aussage, das Schloss in „Co-Living-Spaces mit Seeblick“ umzuwandeln. Ein weiterer Interessent aus München wollte eine „Schloss-Sauna mit Floating-Becken im Burgsee“ errichten.

Die Stadtvertretung berief eine Sondersitzung ein, um das Inserat offiziell für ungültig zu erklären. Oberbürgermeister Dr. Bernd Nottebaum stellte in einer eilig einberufenen Pressekonferenz klar: „Das Schweriner Schloss ist Eigentum des Landes und steht nicht zum Verkauf. Auch nicht für 3,50 Euro.“

„Wobei das ehrlicherweise mehr ist, als manche Besucher freiwillig in Schwerin ausgeben.“

UNESCO-Bewerbung in Gefahr

Besonders brisant: Die laufende UNESCO-Welterbe-Bewerbung könnte durch den Vorfall Schaden nehmen. Ein Sprecher der Deutschen UNESCO-Kommission kommentierte irritiert, man habe „noch nie erlebt, dass ein Welterbe-Kandidat auf einer Plattform zwischen gebrauchten Waschmaschinen und IKEA-Regalen auftaucht“.

Das Inserat wurde inzwischen gelöscht. Die Rentnerin aus Lankow zeigte sich unbeeindruckt und kündigte an, als Nächstes den Pfaffenteich einzustellen: „Der wird ja auch von niemandem benutzt.“

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