Infrastruktur

ÖPNV-Revolution: Schwerin schafft das Konzept ‚Haltestelle‘ ab

Die Landeshauptstadt Schwerin plant eine Revolution des öffentlichen Nahverkehrs, die in ihrer Radikalität ihresgleichen sucht: Busse sollen nach 20 Uhr einfach überall anhalten dürfen. Nicht nur an Haltestellen. Überall. Einfach so. Man hebt die Hand, der Bus stoppt. Wie in einem Land, das noch keine Haltestellen erfunden hat.

Haltestellen: Ein Konzept, das Schwerin schon immer überforderte

Der Antrag der Fraktion Unabhängige Bürger und FDP sieht vor, dass Busse des Nahverkehr Schwerin abends zu einer Art Sammeltaxi auf Schienen werden. Die offizielle Begründung: Mehr Sicherheit für Menschen, die abends unterwegs sind. Inoffiziell dürfte es eher daran liegen, dass nach 20 Uhr in Schwerin ohnehin so wenig los ist, dass die Busse problemlos alle drei verbliebenen Fahrgäste einzeln abholen können.

„Das Konzept ist genial. Wenn sowieso niemand an der Haltestelle steht, kann der Bus auch woanders halten, wo niemand steht. Das erhöht die Abdeckung enorm.“ – Ein begeisterter Verkehrsplaner

Andere Städte bauen U-Bahnen, Schwerin schafft Haltestellen ab

Während Metropolen wie Hamburg oder Berlin Milliarden in den Ausbau ihrer ÖPNV-Netze investieren, geht Schwerin den umgekehrten Weg: Statt neue Haltestellen zu bauen, macht man einfach die ganze Stadt zur Haltestelle. Ein Ansatz, der in seiner Einfachheit fast schon wieder brillant ist.

„Wir haben lange überlegt, wie wir den ÖPNV attraktiver machen. Neue Linien? Zu teuer. Häufigere Takte? Unmöglich. Also machen wir einfach den Gehweg zur Haltestelle. Problem gelöst.“ – Fiktiver Sprecher des Nahverkehr Schwerin

Sicherheitsgewinn: Endlich keine einsamen Haltestellen mehr

Der Ausschuss für Bauen, Liegenschaften und Verkehr diskutierte den Vorschlag bereits. Befürworter argumentieren, dass das Konzept die gefühlte Sicherheit im abendlichen Schwerin deutlich erhöhen würde. Kritiker weisen darauf hin, dass die meisten Schweriner nach 20 Uhr ohnehin zu Hause sind, was die Zielgruppe auf eine überschaubare Personenanzahl reduziert.

Immerhin: Sollte das Konzept funktionieren, wäre Schwerin die erste Landeshauptstadt Deutschlands, die das Prinzip „Haltestelle“ offiziell für überholt erklärt. Ein Meilenstein, auf den man nur in Schwerin kommen kann.

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