Die Landeshauptstadt Schwerin hat sich eines der drängendsten Probleme unserer Zeit angenommen: Welche Flaggen dürfen wann vor dem Rathaus wehen? Die Antwort kommt in Form einer neuen Regelung, die ab sofort festlegt, dass Regenbogenflaggen und andere Symbole nur noch zu festen Anlässen gehisst werden dürfen. Schwerin schafft damit Ordnung – dort, wo vorher offenbar Flaggen-Anarchie herrschte.
Wenn der Hausmeister zum Sicherheitsrisiko wird
„Wir haben festgestellt, dass die bisherige Handhabung gewisse Unklarheiten aufwies.“
So erklärte ein Stadtsprecher, ohne genauer zu definieren, worin diese Unklarheiten bestanden. Vermutlich war es das totale Chaos: Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen zeitweise nicht mehr gewusst haben, ob sie morgens die Landesflagge oder die Europafahne hissen sollten. In einem besonders dramatischen Fall soll ein Hausmeister versehentlich die Fahne des örtlichen Segelvereins aufgezogen haben.
„Es braucht klare Regeln. Wenn jeder einfach hissen darf, was er will, dann können wir auch gleich eine Piratenflagge aufziehen.“
So Ratsherr Werner Stübke (58) in der Debatte. Ein Vorschlag, der laut Protokoll mehr Zuspruch fand als erwartet.
Der Katalog, auf den niemand gewartet hat
Die neue Regelung sieht vor, dass Sonderflaggen nur zu definierten Anlässen wehen dürfen. Welche Anlässe das genau sind, regelt ein Katalog, der von der Stadtverwaltung erarbeitet wird. Experten rechnen mit einer Bearbeitungszeit von mehreren Monaten. Bis dahin weht vor dem Rathaus ausschließlich die Stadtflagge in den neuen Markenfarben Blau, Weiß und Gold – ein Design, das die Stadt erst kürzlich für teures Geld entwickeln ließ.
Kritiker sehen in der Regelung eine unnötige Bürokratisierung.
„In Berlin wissen die nicht mal, welches Geschlecht auf dem Personalausweis stehen soll, und wir diskutieren hier über Fahnenmasten. Typisch Landeshauptstadt: Große Symbolpolitik, kleines Budget.“
So kommentierte die Schweriner Bloggerin Sandra Kolbe die Debatte.
Schwerin sucht den Flaggenbeauftragten
Die Stadtverwaltung kündigte unterdessen an, einen „Flaggenbeauftragten“ zu ernennen, der die Einhaltung der neuen Regelung überwacht. Die Stelle soll im Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit angesiedelt und zunächst befristet auf zwei Jahre besetzt werden. Bewerbungen werden ab sofort entgegengenommen. Segelverein-Erfahrung ist kein Ausschlusskriterium.
Schwerin ist Geil auf WhatsApp
Tägliche Satire-News direkt aufs Handy. Kein Spam, nur Geilheit.
Jetzt Kanal abonnierenKostenlos · Kein Gruppenchat · Jederzeit abbestellbar
